Teileeigenschaften
Form, Größe, Gewicht und Oberflächenbeschaffenheit beeinflussen das Design der End-of-Arm-Werkzeuge (EOAT). Zerbrechliche, unregelmäßige oder stark variierende Bauteile erfordern oft maßgeschneiderte Lösungen, die sich eng an die Geometrie anpassen.
Mit FDM®- und SAF™-basiertem 3D-Druck können Ingenieure die EOAT an das Bauteil anpassen, anstatt umgekehrt. Dazu gehören das Hinzufügen von weichen Oberflächen, die Integration von Vakuumkanälen oder die Erstellung organischer Geometrien, die sich nur schwer durch Zerspanung oder maschinelle Bearbeitung bearbeiten lassen.
In der Praxis ermöglicht dies eine höhere Zuverlässigkeit bei der Handhabung empfindlicher oder komplexer Bauteile ohne Beschädigungen.
Anforderungen an Traglast und Reichweite
Das Gewicht des EOAT wirkt sich direkt auf die Leistung des Roboters aus. Schwerere Werkzeuge schmälern die verfügbare Nutzlast, schränken die Reichweite ein und führen im Laufe der Zeit zu einem höheren Verschleiß an Motoren und Gelenken.
3D-gedrucktes EOAT aus Thermoplasten kann das Gewicht im Vergleich zu Metall um bis zu 90 % reduzieren, was sich deutlich auf die Effizienz und Lebensdauer auswirkt.
Auch die innere Dichte lässt sich bei der Konstruktion variieren, indem Material dort hinzugefügt wird, wo Stabilität / Festigkeit benötigt wird, und an allen anderen Stellen reduziert wird.
Ziele für die Zykluszeit
Die Zykluszeit ist oft der wichtigste Faktor in der Automatisierung. Eine schnellere Produktion erfordert EOAT, das die Trägheit minimiert und eine schnelle Beschleunigung ermöglicht.
Leichtbau-Materialien mit hoher Steifigkeit, die in FDM®- und SAF™-Systemen zum Einsatz kommen, ermöglichen es Robotern, sich schneller zu bewegen, ohne dabei an Genauigkeit einzubüßen. In Verpackungsanwendungen hat dies bei Verwendung optimierter EOAT-Konstruktionen einen Durchsatz von bis zu 400 Teilen pro Minute ermöglicht.
Die Reduzierung der Werkzeugmasse am Ende des Roboterarms hat einen direkten und messbaren Einfluss auf die Zykluszeit.
Umgebungsfaktoren
Temperaturschwankungen, Staub, Feuchtigkeit und Chemikalien in Fabrikumgebungen stellen hohe Anforderungen an die Werkzeuge im Werkzeugbau, weshalb die Wahl des Materials entscheidend ist. Technische Thermoplaste, insbesondere solche, die in P3™-DLP-Systemen verwendet werden, sind beständig gegen Chemikalien, Stöße und Verschleiß.
Auch integrierte Konstruktionen tragen dazu bei: Geschlossene Vakuumkanäle beseitigen beispielsweise freiliegende Schläuche und externe Komponenten, die in der Regel als Erstes ausfallen.
Maßgeschneiderte vs. Standardlösungen
Standard-EOAT-Lösungen erfüllen ihren Zweck bei einfachen, wiederholbaren Anwendungen. Sobald die Teile komplexer werden oder die Leistungsanforderungen steigen, sind maßgeschneiderte Werkzeuge erforderlich. Die meisten Lösungen in der Praxis liegen ohnehin irgendwo dazwischen und kombinieren gedruckte Strukturen mit serienmäßigen Aktuatoren, Ventilen und Vakuumsaugern, um das richtige Gleichgewicht zwischen Leistung und Kosten zu erreichen.
Herkömmliche maßgeschneiderte Werkzeuge erfordern CNC-Bearbeitung mit wochenlangen Vorlaufzeiten und Kosten von mehreren tausend Dollar pro Werkzeug. Mit FDM®-, P3™-DLP- und SAF™-basiertem 3D-Druck lässt sich dieselbe Arbeit firmenintern / eigenen Räumlichkeiten innerhalb weniger Tage erledigen – in der Regel mit um 70–85 % kürzeren Vorlaufzeiten und um 75–85 % geringeren Kosten. Ein weiterer praktischer Vorteil ist die Iteration: Wenn ein Werkzeug schnell neu gedruckt werden kann, können Ingenieure es unter realen Bedingungen testen und das Design im Laufe der Zeit verfeinern, anstatt sich frühzeitig festzulegen und mit dem Ergebnis leben zu müssen.