Anwendungen in der Nachbearbeitung

Verbinden, versiegeln und verschönern Sie 3D-gedruckte Bauteile

Verschiedene unkomplizierte Nachbearbeitungen ermöglichen die Herstellung von Prototypen, sich die kaum von Spritzgussprodukten unterscheiden, von anspruchsvollen Werkzeugen und von individuell gefertigten, langlebigen Geräten mit schönem Design und angenehmer Haptik.

Sandstrahlen

Überblick

Das Sandstrahlen mit Kunststoffstrahlmitteln stellt für alle FDM-Anwendungen eine ideale Lösung dar. Ihr Modell, Bauteil, Muster oder Werkzeug kann ohne Schleifpapier, Füllstoffe oder Lösungsmittel schnell und kostengünstig eine hervorragende Oberflächenbeschaffenheit erhalten.

Während das Schleifen eines Prototypen Stunden dauern kann, erfolgt das Sandstrahlen eines FDM-Bauteils in wenigen Minuten. Mit diesem einfachen Verfahren wird die Qualität eines Produkts erhalten, da dieses nicht verformt oder in seiner Maßgenauigkeit verändert wird.

Kunststoffstrahlmittel (Plastic Blast Media, PMB) sind ein Recyclingmaterial aus fein aufgearbeiteten Thermoplasten. Diese Mittel sind langlebiger als Glasperlen und mit Abrasionseigenschaften verfügbar, die von weich bis rau reichen. Ein 22,7-kg-Sack PMB kostet 110 USD.

Verfahren

1. Vorbereiten des Modells:

Bringen Sie nach dem Entfernen der Stützkonstruktion Abdeckband auf den Flächen des Modells an, die nicht sandgestrahlt werden sollen. Zu den abgeklebten Bereichen können Werkzeugtrennflächen oder scharfe Außenkanten gehören, die beim Sandstrahlen abgerundet würden.

2. Einrichten der Sandstrahlanlage:

Die Kunststoffstrahlmittel (PMB) weisen unterschiedliche Größen und Abrasionsvermögen auf. Ein ideales PMB ist Polyplus®, das über eine Mohshärte von 3,5 und eine US-Standardsiebgröße von 0,84/0,58 mm verfügt.

Stellen Sie die Sandstrahlanlage nach dem Befüllen mit PMB auf einen Druck von höchstens 100 psi (689 kPa) ein. Beginnen Sie mit einem geringen Druck, und erhöhen Sie diesen nach und nach, bis Sie das gewünschte Ergebnis erhalten. Ein zu großer Druck kann zu kleinen Beschädigungen der Teileoberfläche und zum Auflösen des Strahlmittels führen.

3. Sandstrahlen des Teils:

Halten Sie die Sprühpistole in einem Winkel von 60 Grad zum Teil, und sandstrahlen Sie alle Oberflächen leicht. Verweilen Sie nicht an einer Stelle. Führen Sie stattdessen ähnlich wie beim Sprühlackieren eine fortlaufend fließende Bewegung aus. Um das Teil nicht zu beschädigen, sollten Sie anstelle eines aggressiven mehrere leichte Sandstrahldurchgänge durchführen. Prüfen Sie das Teil nach dem Sandstrahlen, und wiederholen Sie den Vorgang gegebenenfalls. Spülen Sie das Teil anschließend ab. Das FDM-Bauteil kann nun in einem funktionalen Prototypen, Muster oder Werkzeug verwendet werden.

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